Nach dreijähriger Kooperation übernimmt der E-Commerce-Gigant Alibaba Infinity Augmented Reality.
Das AR-Unternehmen entwickelt ein Betriebssystem für Datenbrillen das Tiefenerkennung mittels SLAM sowie den Betrieb gängiger 3D-Engines ermöglicht. Bereits 2016 investierte Alibaba eine unbekannte Summe in Infinity AR um insbesondere AR in das Einkaufserlebnis der Plattform zu integrieren. Die Übernahmesumme wurde nicht veröffentlicht. Neben ihrem Investment in Infinity AR ist Alibaba mit Google auch der größte Investor in das Startup Magic Leap und beteiligte sich in dessen 793 Millionen schweren Series C.
Marc Andreessen, Gründer von Netscape Communications und Aufsichtsratsmitglied bei Facebook, äußerte sich letzte Woche in seinem Podcast bi-weekly äußert kontrovers zur Entwicklung von AR und VR.
„VR wird 1000-mal größer als AR“
Damit sieht Andreessen VR als die überlegene Zukunftstechnologie und Medium der Zukunft, entgegen der Meinung der meisten Experten auf dem Feld. Seiner Annahme nach empfinden weniger als 1% aller Menschen ihre Umgebung als interessant, weshalb es einen steigenden Drang in der Bevölkerung gibt in virtuelle Realitäten auszubrechen. Abgesehen davon wie traurig diese Annahme sowohl das heutige Leben der meisten Menschen charakterisiert als auch unsere Zukünftige Freizeitgestaltung, spricht vieles gegen sie.
AR der Alltag, VR die Auszeit!
Der Grund weshalb die meisten Experten AR als dominierendes Medium der Zukunft sehen ist das es in der Lage ist uns in unsrem Alltag zu unterstützen bis hin zur Ablösung des Smartphones. Es gibt reihenweise Analysen die z.B. davon ausgehen das Einnahmen aus AR bereits Ende nächsten Jahres um Faktor 20 höher sein werden als Einnahmen aus VR, trotz der enormen Verkaufspreise die für VR Hardware aufgerufen werden. Obwohl AR noch mehrere Jahre auf Smartphones angewiesen ist zeigt die einfache Verfügbarkeit von AR auf Milliarden Geräten bereits heute das AR unseren Alltag auf eine Weise beeinflusst die VR rein technisch nicht erreichen kann. Spätestens mit einem nachhaltigen Trend zu Smartglasses wird AR den Bereich der Spielereien und damit auch VR hinter sich lassen.
“Unsere Umgebung ist langweilig?”
Klingt das nicht gleichzeitig nach einem Appel für AR? Schließlich ist die Definition von AR die Erweiterung unserer Umgebung, was sie schließlich spannender macht. Wäre es nicht viel desaströser für AR wenn jeder seine Umgebung so interessant fände, dass er gar nicht auf sein Smartphone gucken will?
VR wird immer eine Ausflucht aus der Realität sein! Auch wenn Milliarden Menschen jeden Tag versuchen der Realität durch Gaming und Netflix zu entfliehen werden sie hoffentlich auch in Zukunft noch einen Großteil ihrer Zeit in der (erweiterten) Realität verbringen.
Vielleicht fasst es Clay Bavor von Google am passendsten zusammen:
VR vs. AR cheat sheet:
VR can take you anywhere.
AR can bring anything to you.
Both are important.
Neither will “win”.
Snaps Kerngeschäft, die Snapchat App, weißt kein relevantes Wachstum mehr auf und droht damit unterzugehen. Ein Blick auf die Zahlen der täglich aktiven Nutzer verdeutlicht die Probleme die Snapchat aktuell umtreiben insbesondere wenn der direkte Konkurrent Instagram 500 Millionen tägliche aktive Nutzer hat, Tendenz steigend.

Das Evan Spiegel brillant ist neue Geschäftsfelder aufzutun hat er in der Vergangenheit mit Storys (2013), was erst 2016 von Instagram kopiert wurde, und vor allem Face Filters (2015) bewiesen. Beide Funktionen sorgten für enorme Wachstumsschübe und machen einen Großteil dessen aus was Snapchat heute ist, und dessen was rund 187 Millionen User täglich benutzen.
Die zukünftige Konzentration von Snap wird jedoch deutlich außerhalb dieses Kerngeschäftes liegen. Interne Berichte zeigen, das Snap sich noch intensiver mit AR auseinandersetzen will um das führende Unternehmen auf diesem Gebiet zu werden. Dabei sind die erklärten Hauptziele die Snapchat-Kamera lernfähig zu machen, AR-Hardware auf den Markt zu bringen und Entwicklern hochwertige AR-Werkzeuge zu bieten.
Lernfähige Snapchat-Kamera
Das absolut spannendste Ziel von Snap ist jede Snapchat Kamera intelligent zu machen. Um es in Perspektive zu rücken: 112 Millionen Snapchat-Kameras werden jeden Tag im Schnitt 25 mal geöffnet um jeden Tag 3,5 Milliarden Snaps zu versenden. Diese Statistik ist eine der wenigen, in der Snapchat Instagram dominiert, wo täglich lediglich 95 Millionen Posts und 400 Millionen Storys erstellt werden. Dank der Konzentration auf die Kamera ist Snap also besser als jedes andere Unternehmen aufgestellt um weltweit auf Kamerainformationen zuzugreifen.
Wie will Snapchat seine Dominanz in diesem Bereich ausnutzen um ihre Kamera intelligent zu machen? Indem Snap die AR Cloud baut! Mit AR Cloud ist die Grundlage für die millimetergenaue Positionierung von Endgeräten und deren Austausch untereinander anhand einer Art Map gemeint – eine Map, die manche wertvoller als die Internetsuche schätzen.
Wie genau sie dieses Megaprojekt angehen ist sicherlich technisch noch nicht geklärt, klar ist jedoch das sie rein thematisch vor den gleichen Aufgaben stehen wie RealNote vor einem Jahr: neuronale Netzte zur Umgebungsklassifizierung auf Smartphones zu implementieren. Erster Anhaltspunkt dafür ist Ihr Filter des Big Ben, ein Usecase der mittels 3D Mapping nicht durchführbar ist.
Ihre bisherige 3D Mapping Technologie, genau wie ARCore und ARKit, erfasst das unmittelbare Umfeld ihrer Nutzer, stößt aber spätestens beim Bau der AR Cloud an seine Grenzen. Daher wird auch Snap Ihre Cloud aus Informationen, die das neuronalen Netzt hinter der Snapchat Kamera generiert, bauen.
In der Praxis wird Snap versuchen jeden Tag aus 3,5 Milliarden Snaps Umgebungsinformationen über ihre User zu extrahieren und diese anschließend in einer Cloud zusammenzufügen.
Wie viele dieser Snaps Informationen für die AR Cloud beinhalten und wie viele Snaps vollkommen wertlos sind, weil sie lediglich Selfies mit Face Filtern sind, ist dabei unklar. Die Beliebtheit der Facefilter arbeitet in diesem Fall jedoch stark gegen Snap.

AR Hardware
Snapchat will weiter in Hardware investieren, ungeachtet der Rückschläge die es mit den Spectactles erfahren hat. Mehreren Quellen zufolge sollen die neuen Brillen in der Lage sein nachträgliches AR Filter und AR Features in das aufgenommene Bild zu projizieren. Technisch sind sie dadurch trotz des anvisierten Preises von 350€, 150€ mehr als die Spectacles, weit von tatsächlichen Datenbrillen entfernt.

Der klare Focus von Snap bei ihrer Hardware ist daher die alleinige Content Erstellung, und nicht die tatsächliche Projektion von AR in das Sichtfeld des Users. Ob die zweite Version der Spectacles mehr Anklang in der Userbase findet bleibt offen, der erste Vorstoß in Hardware hatte Snap einen Verlust von knapp 40 Millionen Dollar beschert.
2019: das Jahr von AR
Wie die Umstrukturierung bei Snap funktioniert und ob sie der erhoffte Aufstieg zum AR-Gigant wird wird 2019 zeigen, fest steht das Snap eine “große, riskante Wette” eingeht “die Snap und die Computertechnologie ändern wird” so Spiegel, “Es ist entscheidend, dass Snap eine zentrale Rolle einnimmt beim Übergang hin zu Computern, die die Realität erweitern.”